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Krisenmanagement bei einer großflächigen Unterbrechung der Stromversorgung am Beispiel Baden-Württemberg

Krisenmanagement bei einer großflächigen Unterbrechung der Stromversorgung am Beispiel Baden-Württemberg
Ansprechpartner:

Prof. F. Schultmann (frank.schultmann@kit.edu, +49 (0) 721 608 4569)
Dr. Tina Comes (comes@kit.edu, +49 (0) 721 608 44410)
Mirjam Merz (mirjam.merz@kit.edu, +49 (0) 721 608 4578)
Christian Trinks (christian.trinks@kit.edu, +49 (0) 721 608 4565)

Projektgruppe:Naturrisiken im Klimawandel

Projektlaufzeit:

Januar 2008 — September 2009

Projektpartner:

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Innenministerium Baden-Württemberg
Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Energie Baden-Württemberg AG (EnBW AG) (Finanzierung)

Hintergründe

Mehrere Ereignisse der vergangenen Jahre, wie beispielsweise die Stromausfälle 2003 in den USA und Italien sowie die Versorgungsunterbrechung 2005 im Münsterland haben gezeigt, dass es auch in hoch entwickelten und industrialisierten Ländern zu großflächigen und lange andauernden Stromausfällen kommen kann. Eine funktionierende und zuverlässige Stromversorgung ist aber für das Funktionieren einer modernen Gesellschaft unerlässlich. Daher zählt die Stromversorgung zu den sogenannten kritischen Infrastrukturen. Unterbrechungen und Ausfälle der Stromversorgung können aufgrund vielfältiger Abhängigkeiten mit und von anderen kritischen Infrastrukturen zu schwerwiegenden Folgen in verschiedenen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen führen.

Besonders in der Industrie können langfristige Stromausfälle langfristige ökonomische Folgen nach sich ziehen. So pflanzen sich zum Beispiel die durch Stromausfälle verursachten Produktionsunterbrechungen in einzelnen Betrieben – beispielsweise in Zulieferungsbetrieben – durch stark vernetzte Wertschöpfungsketten in andere wirtschaftliche Sektoren fort und schädigen weitere zunächst nicht direkt vom Stromausfall betroffene Unternehmen.

Reale Stromausfallereignesse sowie Krisenmanagementübungen mit Stromausfallszenarien haben gezeigt, dass zur Bewältigung großflächiger Stromausfälle ein strukturiertes und vernetztes Krisenmanagement notwendig ist. Hierbei ist die Kooperation zwischen staatlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren von besonderer Bedeutung und die Steuerung von Kommunikations- und Informationsflüssen an den Schnittstellen der Akteure stellt eine große Herausforderung dar.

Ziele des Projekts

Im Rahmen des Forschungsprojektes wurde ein Handbuch zur Entscheidungsunterstützung für das operative und strategische Krisenmanagement bei Stromausfällen für das Land Baden-Württemberg erstellt, das sowohl bei Energieversorgungsunternehmen und Katastrophenschutzbehörden als auch bei den vom Stromausfall betroffenen Unternehmen und Einrichtungen zum Einsatz kommen soll. Das Handbuch enthält neben Hintergrundinformationen, detaillierte Auswirkungsanalysen und Checklisten für vier untersuchte Schwerpunktsektoren (Gesundheitswesen, Industrie, Ver- und Entsorgung, Kommunikation).

Ausgangsbasis für die Erstellung des Handbuchs waren die Übungsergebnisse der Länderübergreifenden Krisenmanagement Übung (LÜKEX) 2004 (Stabsrahmenübung auf stategisch-operativer Ebene mit dem Szenario großflächiger Stromausfall), deren Dokumentation wichtige Erkenntnisse über die Folgen von Stromausfällen sowie über die Kooperation der verschiedenen Akteure im Krisenmanagement enthält.

Das erstellte Handbuch wurde vom Innenministerium Baden-Württemberg und dem Budesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) herausgegeben. Eine Kurzfassung des Handbuches ist beim BBK erhältlich.

Publikationen

Hiete, M., M. Merz, Ch. Trinks, W. Grambs, T. Thiede   Krisenhandbuch Stromausfall Baden-Württemberg - Krisenmanagement bei einer großflächigen Unterbrechung der Stromversorgung am Beispiel Baden-Württemberg.   Innenministerium Baden-Württemberg und Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Hrsg.) (2010).    
Merz, M., Hiete, M. and Bertsch, V.   Multicriteria decision support for business continuity planning in the event of critical infrastructure disruptions.   Int. J. of Critical Infrastructures, Vol. 5, Nos. 1/2, pp 156-174 (2009)    
Hiete, M., Merz, M. & Schultmann, F.   Scenario-based impact assessment of a power blackout on healthcare facilities in Germany.   International Journal of Disaster Resilience in the Built Environment, Vol. 2, pp. 222-244.    
Hiete, M., Merz, M. & Schultmann, F.   Critical Infrastructure Protection in Germany: Accounting for Inter-infrastructure Dependencies and Facilitating Public-Private Cooperation.   The CIP Report, Center for Infrastructure Protection and Homeland Security, 9(2), pp. 18-22 (2011)    
Hiete, M. & M. Merz   Krisenmanagement bei einer großflächigen Unterbrechung der Stromversorgung am Beispiel Baden-Württemberg   VWEW-Fachtagung Effektives Störungs- und Krisenmanagement in EVU Erfahrungen, Strategien, Maßnahmen 8./9. April 2008, Fulda, (2008)    
Hiete, M. und Merz, M.   Critical Infrastructure and Industrial Supply Chains.   European CIIP Newsletter, 4 (3), pp. 24-26 (2008)    
Merz, M., Hiete M. und Bertsch V.   Management of Critical Infrastructure Disruptions in Industrial Supply Chains.   Proceedings IDRC 2008, 25.-29.08.2008 in Davos, Schweiz, pp. 416-419 (2008)    
Merz, M., Geldermann, J., Bertsch, V., Läpke, D. und Rentz, O.   Decision Support For Crisis Management by Large-Scale Exercises.   Proceedings of the 14th Annual Conference of the International Emergency Management Society (TIEMS), 147-157 (2007)