Aktuelle CEDIM-Projekte

Abschätzung von Erdbebenauswirkungen in nahezu Echtzeit

Erdbeben werden jeden Tag rund um den Globus verspürt. In einigen Fällen sind Schäden natürlich nicht zu vermeiden und gerade bei größeren Katastrophen ist es in den ersten Stunden oft schwierig abzuschätzen, wo groß das Schadensausmaß tatsächlich ist. Daher sind erste Abschätzungen der Erdbebenintensität äußerst wichtig um zu bestimmen wie schwer eine Region unter Umständen getroffen wurde und wie viele Menschen wie stark davon betroffen sind. Hierzu nutzen wir ein System zur Katastrophenkartographie um die Intensität von Erdbeben bereits kurz nach dem das es stattgefunden hat, abschätzen zu können. Diese Informationen können dann später zu Schadensschätzungen und Mitigationsmaßnahmen weitergenutzt werden.
 

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Auswirkungen extremer Naturereignisse auf Energie- Informations- und Mobilitätssysteme

 

Durch die zu erwartende Zunahme extremer Naturereignisse und die erheblichen potenziellen Effekte für die Gesellschaft, ist es unerlässlich die Auswirkungen extremer Naturereignisse für gegenwärtige und zukünftige Energie-, Mobilitäts- und Informationssysteme zu untersuchen. Durch den Netzwerkcharakter dieser Systeme können sich Störungen und Unterbrechungen darüber hinaus weit über den Ort der Entstehung einer Naturkatastrophe hinweg ausbreiten. Diese Kaskadeneffekte werden durch die starke Globalisierung und Vernetzung der Welt noch weiter verstärkt. Um diesen Aspekten Rechnung zu tragen werden innerhalb von zwei Teilmodellen die indirekten Auswirkungen von Naturkatastrophen untersucht. Unter Berücksichtigung globaler Abhängigkeiten werden so zum einen die Auswirkungen von Naturkatastrophen auf Supply Chains als auch die veränderte Mobilitätsnachfrage privater Haushalte nach einer Katastrophe untersucht.


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Dams and Seismicity – Technologien für den sicheren und effizienten Betrieb von Wasserreservoiren (DAMAST)

Weltweit entstehen im Zuge der Einrichtung einer klimafreundlichen Energieversorgung neue Staudämme. Vielerorts gefährden natürliche oder induzierte Erdbeben insbesondere im Zusammenwirken mit anderen Extremereignissen wie Starkniederschlägen oder Hangrutschungen die Sicherheit eines Staudamms und damit auch die ortsansässige Bevölkerung. Im Projekt DAMAST (gefördert durch den BMBF) untersuchen deutsche, georgische und armenische Partner am Beispiel des Enguri Staudamms im Kaukasus die zugrundeliegenden Prozesse sowie sicherheitsrelevante Parameter von Wasserreservoiren. Das Vorhaben soll übertragbare Monitoringkonzepte für Stauanlagen in tektonisch aktiven Regionen entwickeln.
 

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Erfassung der Auswirkung von Dürren und Hitzewellen auf Wälder in Mitteleuropa

Infolge des fortschreitenden Klimawandels steigt weltweit die Häufigkeit von sommerlichen Dürre-Ereignissen. Durch die Kombination von Trockenstress und hohen Temperaturen kann es zu Schäden an Bäumen bis hin zu deren Absterben kommen. Die trockenen Sommer in den Jahren 2018 und 2019 haben den Wald in weiten Teilen Deutschlands stark geschädigt. Als Resultat dieser außergewöhnlich heißen und langen Dürre sind viele Millionen Bäume frühzeitig verendet, verbunden mit hohen finanziellen Einbußen für Waldeigentümer. Die potenziell betroffene Fläche in Deutschland – und letztendlich weltweit – ist beträchtlich und mit bodengestützten Methoden nur schwer oder gar nicht untersuchbar. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, ein System zu entwickeln, mit welchem Schäden an Wäldern in großen und teilweise abgelegenen Gebieten identifiziert und quantifiziert werden können.
 

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Eventbasierte Zustandserfassung und –bewertung von Brücken basierend auf Radar-Sensorik in Kombination mit intelligenten Algorithmen (ZEBBRA)

 

Die zunehmende Belastung der Verkehrsinfrastruktur durch PKW- und Schwerlastverkehr sowie Alterungsprozesse führen zu Nutzungseinschränkungen und zu volkswirtschaftlichen Schäden durch Staus und Ausweichverkehr. Die knapp 40.000 Brücken im deutschen Bundesfernstraßennetz sind ein wichtiger Teil der kritischen Verkehrsinfrastruktur. Da Schäden an der Bauwerkssubstanz im frühen Stadium kaum zu erkennen sind, bleibt der tatsächliche Zustand einer Brücke lange unbestimmt.

Das Ziel des ZEBBRA-Projektes ist die Erarbeitung eines non-invasiven, mobilen und innovativen Mess- und Methodenansatzes, um den Brückenzustand während des „laufenden Betriebs“ zu erfassen und zu bewerten. Die Basis dieses Ansatzes bildet der Einsatz von bodengestützten und hochpräzisen Radarmesssystemen, welche die durch Überfahrt von Fahrzeugen hervorgerufenen Brückenschwingungen messen. In Kombination mit intelligenten Algorithmen werden diese Daten ausgewertet und eine Bewertung des Zustandes durchgeführt.
 

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Forensische Katastrophenanalysen
FDA

CEDIM hat mit den Forensischen Katastrophenanalysen (CEDIM Forensic Disaster Analysis, CEDIM FDA) zum Ende des Jahres 2011 einen neuen Typ von interdisziplinärer Forschung begonnen. In dem neuen Programm werden Katastrophen und ihre Auswirkungen ereignisnah analysiert. Der Fokus der CEDIM-Analysen liegt dabei auf den Interaktionen zwischen (1) dem Naturereignis, (2) den technischen Anlagen, Einrichtungen und kritischen Infrastrukturen und (3) den gesellschaftlichen Strukturen, institutionellen und Selbstschutzkapazitäten.

 

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Multi-Risiko Indikatoren Ansatz für Bewertung urbaner Resilienz (INCREAS-MIA)

Das Teilvorhaben des KIT mit dem Titel „Multi-Risiko Indikatoren Ansatz für Bewertung urbaner Resilienz“ (INCREASE-MIA) im Rahmen des Verbundvorhabens „Inklusives und integriertes multi-Gefahren Risikomanagement und Freiwilligenengagement zur Erhöhung sozialer Resilienz im Klimawandel (INCREASE)” zielt auf Entwicklung eines Integrierten Indikatoren Ansatzes für Bewertung urbaner Resilienz ab.
Das Hauptziel besteht darin, Methoden und Vorgehensweisen zu entwickeln, die das Rahmenwerk zum „Integrierten Katastrophen-Risikomanagement“ (IKRM) innerhalb INCREASE aus der Systemperspektive der Mehrfachgefahren heraus praktikabel umsetzen bzw. operationalisieren. Unser Ansatz verwendet hierbei das Konzept der Resilienz, indem wir Interdependenzen und Kaskadeneffekte, die durch Mehrfachgefahren, kritischen Infrastrukturen, sozioökonomischen Schwachstellen sowie mangende institutionellen Kapazitäten innerhalb verschiedener Sektoren untersuchen.  Darüber hinaus zielt das geplante Vorhaben darauf ab, den Dialog zwischen allen relevanten Akteuren zu verbessern. Zudem sieht es eine mitwirkende Gestaltung vor, indem an bestimmte Benutzergruppen gerichtete Risikoszenarien operationalisiert bzw. angepasst werden.
 

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Schadensanalyse bei Erdbeben

Auf der Basis des schnellen Internet-basierten Informationsflusses - insbesondere durch earthquake-report.com - sowie mit Daten aus der CATDAT Datenbasis, der weltweit umfangreichsten Sammlung von Erdbebenschadensdaten, sowie Methoden der Indikatoranalyse werden strukturierte Analysen von Schäden vorgenommen, die dann mit anderen Ereignissen verglichen werden. Diese Analyse erfolgt global, wobei die Vergleiche mit anderen Ereignissen anhand von tektonischen, regionalen oder sozioökonomischen Charakteristika erfolgen. 
 

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Serielles Clustering von Extremwetterereignissen in Mitteleuropa

Ein Auftreten von mehreren Extremereignissen innerhalb kurzer Zeiträume trifft eine Gesellschaft besonders hart. Auch für Versicherer ist das Auftreten mehrerer Ereignisse innerhalb eines Jahres teurer als ein einzelnes Ereignis von derselben Schadenhöhe, da die Nettoauswirkung für Versicherer auch von der Anzahl der Ereignisse abhängt. Katastrophen- und Risikomodelle nehmen traditionell eine konstante Zeitspanne zwischen den Extremereignissen an, was dazu führt, dass das zeitliche (serielle) Clustering, d.h. das gehäufte Auftreten, und damit das Risiko unterschätzt wird. Die Betrachtung der Ursachen dieses kombinierten Auftretens und eine Prognose für die Zukunft ist daher von höchster Relevanz und Gegenstand dieses Projektes.
 

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Urbane Sturzfluten und Kläranlagen (HI-CAM)

Das Projekt “Urban flash floods and sewerage” im Rahmen der Helmholtz-Klimainitiative "Anpassung und Vermeidung" (HI-CAM) untersucht die gesamte Prozesskette: Von extremen Niederschlag-Szenarien, dem seriellen Auftreten konvektiver Starkniederschlagsereignisse und Überschwemmungen bis hin zu den daraus resultierenden Schäden an Infrastrukturen und den Folgen für die Wasserqualität. Für eine ausgewählte Stadt wird auf Basis von Stations- und Radardaten die Häufigkeit und Intensität konvektiver Ereignisse statistisch untersucht. Der Fokus liegt dabei auf quasi-stationären konvektiven Ereignissen, die lokal zu sehr hohen Niederschlagakkumulationen führen. Die obere Grenze der möglichen Niederschlagsmenge wird durch räumliches Verschieben extremer Niederschläge in die Untersuchungsregion abgeschätzt. Erwartete Änderungen des Niederschlags in der Zukunft werden mit einem Ensemble hochaufgelöster regionaler Klimamodelle quantifiziert. Zusätzlich werden Zusammenhänge des seriellen Auftretens von Starkniederschlagsereignissen und dynamischen Vorgängen auf der großräumigen Skala der Atmosphäre, wie atmosphärisches Blocking oder Telekonnektionen, untersucht. Schließlich wird anhand von Klimamodelldaten analysiert, wie sich diese Bedingungen in der Zukunft verändern werden.
 

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Waldbrandrisiko in Süddeutschland

 

Der Schutz und der Erhalt der Wälder spielt gerade in dichtbesiedelten Ländern wie Deutschland eine wichtige Rolle, da sie im Bereich der Ökosystemdienstleistungen wesentliche bereitstellende, regulierende, kulturelle und unterstützende Funktionen haben. Aber auch in Deutschland steigt aufgrund langanhaltender Trockenheit in den Sommermonaten und die Fahrlässigkeit des Menschen das Risiko des Auftretens von Waldbränden. In den vergangen beiden Jahren gab es in Deutschland besonders viele und auch großflächige Feuer. Allein im Jahr 2019 brannte eine Fläche von 2711 ha. Dies ist seit Beginn der Waldbrandstatistik im Jahr 1977 ist die zweitgrößte betroffene Fläche. Auch für die kommenden Jahrzehnte zeigen Risikountersuchungen, dass das Waldbrandrisiko weiterhin steigen soll. Aus diesem Grund ist es sinnvoll mithilfe von geeigneten Risikomodellen bzw. Vulnerabilitätsfunktionen Risiken und Prognosen zu ermitteln und darauf aufbauend Maßnahmen zur Vermeidung von Waldbränden zu entwickeln, um in Zukunft Waldbrände in Anzahl und Fläche zu reduzieren und so den Wald zu erhalten.


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Wettergefahren-Frühwarnung

Der Internet-Informationsdienst "Wettergefahren- Frühwarnung" informiert über bevorstehende oder gerade auftretende extreme Wetterereignisse. Die Webseiten sind tagesaktuell, ständig verfügbar und werden bei Bedarf auch mehrmals täglich aktualisiert. Der Routinebetrieb begann am 1. Februar 2004 und wurde kontinuierlich aufrecht erhalten. Zwar liegt das Hauptaugenmerk auf den Vorgängen in Mitteleuropa, doch bleiben z.B. selbst Überschwemmungen durch starke Monsunregen in Südostasien oder ungewöhnlich heftige Wintereinbrüche auf Neuseeland nicht unberücksichtigt.


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Willis Hail Hazard Assessment

Für Europa wurde ein stochastisches Modell zur Beschreibung von Häufigkeit, Ausmaß und Schwere von Hagelereignissen erstellt. Eine Version für den australischen Kontinent wird derzeit entwickelt. Die Forschung am KIT konzentriert sich auf die Gefahrenkomponente des Risikomodells.
Daten der zweiten Generation europäischer Wettersatelliten (METEOSAT Second Generation, MSG) und des japanischen MT-SAT-Satelliten werden verwendet, um schwere, hagelerzeugende Gewitter zu identifizieren. Die Methode liefert einen räumlich homogenen Ereignisdatensatz, der über Zeiträume von mehr als einem Jahrzehnt jeweils den gesamten Kontinent abdeckt. Stochastische Modellierung der Häufigkeit, Länge, Breite und Schwere von Hagelereignissen erlaubt es dann, eine große Anzahl potenzieller Hagelstürme zu erzeugen, die in einem Zeitraum von mehreren tausend Jahren erwartet werden. Diese Ereignisdatensätze können dann mit Versicherungsportfolios kombiniert werden, um Schadensummen für bestimmte Wiederkehrperioden zu schätzen. Ziel des Projekts ist es auch ein besseres Verständnis des Zusammenhangs zwischen der Stärke der Konvektion und der Bildung von Hagel, und allgemeiner der vorherrschenden atmosphärischen Bedingungen bei der Entstehung von Hagelereignissen. Mehrere weitere Datenquellen einschließlich von Klimamodellen werden in diesem Zusammenhang einbezogen.


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